Eignung zur Landschaftspflege

Ziegen eignen sich insbesondere zur Landschaftspflege auf verbuschten, mageren Standorten (z. B. verbuschten Wacholderheiden). Sie tragen hierdurch zum Erhalt der Kulturlandschaft sowie zum Natur- und Biotopschutz bei.

Entsprechend eingnen sich Ziegen v .a. zur Erstpflege, zum Eindämmen und Beseitigen von Verbuschung und zur Schaffung einer größeren Heterogenität auf der Fläche (Tritt, Ausbildung von Totholz, Verschiebung des Blühzeitpunktes der beweideten Pflanzen).

Die besten Effekte werden mit einer kurzen aber intensiven Beweidung erzielt. Bäume und Sträucher, die erhalten werden sollen, müssen ausgezäunt werden.

Besonderheiten von Ziegen:

Ziegen decken ihren Futterbedarf hauptsächlich über verholzte Pflanzen (hauptsächlich Sträucher). Sie schälen Sträucher und Baumstämme mit glatter Rinde und können sie hierdurch letztendlich zum Absterben bringen.

Ziegen können bis zu 60% ihres Futterbedarfs mit Blättern, jungen Gehölztrieben und Rinde decken.Sie können selbst tanninhaltige Gehölzteile, durch spezielle Enzyme ihres Speichels, verdauen, ohne gesundheitliche Schäden zu erleiden. Durch ihre gespaltene Oberlippe können sie auch dornige Sträucher wie Schlehen, Weißdorn oder Rosen beweiden (RAHMANN 2008). Sie kommen auch mit steilsten Hängen und Böschungen zurecht.

Als „Konzentratselektierer“ eignen sich Ziegen aufgrund ihrer hohen Futterselektion und dem breiten Futterartenspektrum auch für die Beweidung von Standorten, wo Rinder, Pferde und Schafe als Rauhfutterselektierer kein ausreichendes Futter finden würden (RAHMANN 2003).

Empfehlungen:

Die besten Ergebnisse beim Eindämmen von Gehölzen werden mit einer kurzen aber intensiven Beweidung erzielt (HEROLD 2014).
„Zur Öffnung stark verbuschter Flächen empfiehlt STAUB über mehrere Jahre Ziegen (…) einzusetzen und anschließend die Fläche mechanisch nachzupflegen bzw. zu räumen. Im Anschluss können solche Flächen auch mit anderen Weidetierarten, auch in Kombination mit Ziegen beweidet werden. (…)

Aufgrund des Temperaments und der Neugier der meisten Ziegenarten sind stabile (Elektro-) Zäune und häufige Kontrollen bei stationärer Weide und fachmännische Führung beim Weidegang in einer Wanderschafherde notwendig.“ (SCHREIBER et al. 2009)

Bäume bzw. Sträucher, die erhalten werden sollen, müssen ausgezäunt werden.

 

 Verbissleistungen:

Die Verbissleistung an verschiedenen Gehölzen wird von den Autoren z.T. unterschiedlich beschrieben. Die Unterschiede sind vermutlich auf die Rassenwahl und Präferenzen der einzelnen Tiere zurückzuführen. Befressen wird auch gerne das „Besondere“, d.h. eine einzige Berberitze im Kieferngebüsch würde mit Sicherheit abgefressen werden, auch wenn sie bei gleichmäßiger Gehölzverteilung eher abgelehnt werden würde.

 

 

Gründe, die für den Einsatz von Ziegen in der Landschaftspflege sprechen, sind:

 

  • Kostengünstige Mäh- und Entsorgungsarbeit im Vergleich zu maschineller Pflege.
  • Vielseitiges Futterspektrum, da Konzentratselektierer: Ziegen „picken“ sich aus dem
  • angebotenen Spektrum die für sie schmackhaftesten und nahrhaftesten Pflanzenarten heraus und beweiden diese bevorzugt.
  • Die gespaltene Oberlippe ermöglicht das Befressen von mit Stacheln oder Dornen bewehrten Büschen wie Rosen, Weißdorn oder Schlehen.
  • Gehölze sind wichtiger Bestandteil im Nahrungsspektrum der Ziegen: Diese werden bis zu einer gewissen Stärke der Triebe verbissen, die Stämme von Büschen und Bäumen werden zusätzlich geschält, da sich direkt unter der Rinde für die Tiere notwendige und wertvolle Mineralstoffe befinden.
  • Ziegen können auf den Hinterbeinen stehend Zweige bis in einer Höhe von etwa zwei Metern über dem Boden erreichen und befressen („fakultative Bipedie“).
  • Als eine ursprünglich aus dem Gebirge stammende Tierart können Ziegen hervorragend klettern: Dies ermöglicht ihnen, auf entsprechend starke Büsche oder Bäume hinaufzuklettern und diese auch in Bereichen zu befressen, die vom Boden aus nicht erreichbar sind.
  • Das relativ geringe Körpergewicht der Ziegen in Verbindung mit den zweiteiligen Klauen führt zu geringen Bodenschäden und -verdichtungen („goldene Klaue“).

   
Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.